Wednesday, July 1st, 2009

Flickr Album: Český Krumlov (August 2006)

Quelle: Markus Garschall

Český Krumlov (dt. Krummau) ist eine Stadt in Südböhmen. An der Moldau gelegen, ist sie nur etwa 30 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Aufgrund der gut erhaltenen historischen Bausubstanz wurde die Altstadt von Český Krumlov 1992 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

Einer der bekanntesten Söhne der Stadt ist der Maler Egon Schiele, der 1911 nach Český Krumlov, den Geburtsort seiner Mutter, gezogen ist. Aufgrund seiner wilden Beziehungen zu zum Teil minderjährigen Frauen, war er bei der Bevölkerung jedoch nicht besonders populär. Im April 1912 wurde er wegen des Verdachts auf Verführung einer Minderjährigen verhaftet. Trotz unbewiesener Schuld blieb er drei Tage in Arrest und zuvor 14 Tage in Untersuchungshaft.

Auf dem Schienenweg ist Český Krumlov per Regionalzug über České Budějovice (dt. Budweis) in knapp einer Stunde zu erreichen. Von Linz und (nach der Wiedereröffnung der Tullner Donaubrücke) Wien bestehen direkte Zugverbindungen nach Budweis.

Dieses Album zeigt einige Bilder, die im August 2006 während eines Tagesausflugs nach Český Krumlov entstanden sind.

[Flickr Album]


Tuesday, June 23rd, 2009

Kollaboration und Politik

1980: Ökologie. 2009: Internet. So prägnant und treffend hat der deutsche Journalist, Blogger und Podcaster Philip Banse letzte Woche in einem Tweet jene gesellschaftspolitische Entwicklung zusammengefasst, die in den letzten Monaten zu beobachten ist. Es geht um den Wandel der Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen. Besonders deutlich zum Ausdruck gekommen ist dieser Wandel im Rahmen zweier Themen: der deutschen Zensursula-Debatte und dem Prozess der Grünen Vorwählerschaft in Wien.

Im Januar 2009 gab die Familienministerin Ursula von der Leyen bekannt, dass die deutsche Bundesregierung plant, in Zusammenarbeit mit den großen Internetprovidern und durch den Einsatz einer Sperrliste den Zugriff auf kinderpornographische Inhalte einzuschränken. Greift ein Internetbenutzer auf eine Webseite zu, deren DNS-Name sich auf dieser Sperrliste befindet, wird ihm ein Stoppschild mit verschiedenen Warnhinweisen angezeigt; mit einem weiteren Klick gelangt er dennoch zur ursprünglich aufgerufenen Seite.

… es wäre so, als ob man die Straße zu einem Banküberfall sperrt, statt dass die Polizei zur Bank fährt.

Mit solchen Vergleichen (hier aus einer Rede von Jörg Tauss bei einer Demonstration, die am 20. Juni in Berlin stattgefunden hat) versucht die Internetgemeinde zu veranschaulichen, welch absurden Prozess die geplante Filterung der Webseiten darstellt. Durch bloßes Ausblenden wird Kinderpornographie nicht verhindert, sondern toleriert. Warum verfolgt die Exikutive die Anbieter dieser Inhalte nicht? Der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur hat gezeigt, wie einfach das sein kann1. Ist die Kinderpornographie nur ein Vorwand um im Internet ungehindert eine Zensurinfrastruktur errichten zu können?2

Interessant ist nun, wie der Widerstand gegen die geplanten Zensurmaßnahmen organisiert wurde wie sich der Widerstand gegen die geplanten Zensurmaßnahmen organisiert hat. Während die etablierten Oppositionsparteien aus Angst, sie würden dadurch in der öffentlichen Darstellung in ein pädophilenfreundliches Eck gedrängt, davor zurückgeschreckt sind, sich eindeutig zu deklarieren, formierte sich im Internet unter dem Schlagwort „Zensursula“ der Widerstand. Soziale Netzwerke wurden als Diskussionsplattform und zur Organisation verschiedener Gegenmaßnahmen genutzt. In einer Petition gegen Internetsperren sprachen sich über 130.000 Menschen öffentlich gegen die geplanten Maßnahmen aus.

Eine ähnliche Bewegung abseits der institutionalisierten Politik ist im Rahmen der Grünen Vorwahlen auch in Wien zu beobachten. Auf Initiative von Jana Herwig, Helge Fahrnberger und Martin Schimak gestartet, basiert die Idee der Grünen Vorwahlen auf einem Statut der Wiener Grünen, demzufolge erklärte Unterstützer und Unterstützerinnen der Partei nach Viermonatsfrist ein Stimmrecht auf Landesversammlungen erhalten. Ziel ist es, die Grünen zu öffnen und möglichst viele Sympathisanten zu motivieren im November 2009 bei der Wahl der Liste für die Gemeinderatswahl 2010 teilzunehmen. „Damit dann die „Besten“ und „Fähigsten“ im Landesparlament sitzen.“ (Quelle).

Spannend ist nun, welche Reaktionen die Grünen Vorwahlen ausgelöst haben. Anstatt sie als große Chance zu erkennen, befürchten Teile der Wiener Grünen offensichtlich eine feindliche Übernahme der Partei. Dies ist insofern mehr als nur traurig, da die Wiener Grünen mit dem Unterstützungsstatut auf eine Entwicklung vorbereitet wären, die meiner Meinung nach das Potential hat, die politische Entscheidungsfindung in den nächsten Jahren von Grund auf zu revolutionieren.

In diesem Kontext kommt dem Kommunikationsdienst Twitter eine besondere Rolle zu. Anders als die zahlreichen interaktiven Freundschaftsbücher, die sich vor allem dadurch auszeichnen die bestehenden Dienste des Web (Mail, Instant Messaging, Fotogalerien, etc.) zu integrieren, hat Twitter ein neues Paradigma der Internetkommunikation etabliert. Erstmals steht eine Plattform zur Verfügung, bei der die publizierten Inhalte und deren Kommentare (anders als z.B. bei Weblogs) den gleichen Stellenwert einnehmen. Anders als bei einem Chat sind die Diskussionsbeiträge persistent, d.h. verlinkbar. Diese und weitere Eigenschaften (Kürze der Inhalte, mobile Nutzung, etc.) sind es, die Twitter zu einem optimalen Werkzeug zur Abwicklung kollaborativer Entscheidungsprozesse machen.

Bereits seit geraumer Zeit existieren im Internet Dienste, deren Stärke auf der Mitarbeit vieler einzelner Personen beruht. In einem Vortrag erklärt Clay Shirky anschaulich, welche Stärken kollaborative Systeme im Unterschied zu institutionalisierten Arten der Zusammenarbeit haben. Eindrucksvoll lässt sich dies beispielsweise am Beispiel Flickr illustrieren. Der größte Teil der Bilder auf Flickr wird nicht von professionellen Fotografen erzeugt, wie sie etwa bei klassischen Nachrichtenagenturen beschäftigt sind. Es sind die Bilder derjenigen, die mit ihrer Kamera zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, die die Qualität von Flickr ausmachen. Wollte man mit einer klassischen Institution eine ähnliche Qualität erreichen, würde dies die Kosten für deren Organisation ins Unermessliche steigen lassen. Ähnliche Beispiele sind die Online-Enzyklopädie Wikipedia, die Videoplattform YouTube oder die zahlreichen Open Source-Softwareprojekte.

Was wir nun im Rahmen politischer Initiativen wie der Zensursula-Debatte oder den Grünen Vorwahlen erleben, ist der Einfluss, den der Siegeszug kollaborativer Systeme auf politische Entscheidungsprozesse hat. Anders als bisher, ist es zur Erreichung politischer Ziele heute nicht länger nötig, sich parteipolitisch zu engagieren. Plattformen wie Twitter ermöglichen es, Interessensgruppen kollaborativ zu organisieren. Institutionen wie Parteien oder ähnliche Interessensvertretungen verlieren an Bedeutung. Jeder Bürger hat nun die Möglichkeit, sich aktiv für jene Themen einzusetzen, die ihm am Herz liegen.

Im Kontext dessen sollte es im Interesse der etablierten Parteien sein, jene Bewegungen zu unterstützen, die dazu beitragen möglichst viele Bürger in die politische Entscheidungsfindung miteinzubeziehen.

1980: Ökologie. 2009: Internet. 1980 sind auf Basis der ökologischen Bewegung die Grünen Parteien entstanden. 2009 wird es keine neue Institution mehr sein - auch nicht die Piratenpartei. Vielmehr stehen wir an der Schwelle zu einer gänzlich neuen Form der Zusammenarbeit innerhalb unserer Gesellschaft. Spannende Zeiten!

1 Dieser Aspekt ist nur einer von vielen, die gegen die Notwendigkeit von Zensurmaßnahmen sprechen. Eine Zusammenfassung der Argumente gegen die Netzsperren findet sich beispielsweise in einem Netzpolitik-Artikel von Lutz Donnerhacke.
2 Erfahrungen aus anderen Ländern legen diese Vermutung nahe. Auf der dänischen Sperrliste findet sich z.B. die URL einer niederländischen Spedition.

[AK Zensur: Löschen statt verstecken: Es funktioniert!]
[Lutz Donnerhacke: Die dreizehn Lügen der Zensursula]
[Christian Stöcker: Die Generation C64 schlägt zurück]
[Medienradio: MR005 Zurück ins Netz!]
[Clay Shirky: Institutions vs. Collaboratio (Video)]


Monday, June 22nd, 2009

Flickr Album: Lwiw (August 2005)

Quelle: Markus Garschall

Heute in der westlichen Ukraine gelegen, ist Lwiw (dt. Lemberg, pl. Lwów, ru. Львов) heute die Hauptstadt des gleichnamigen Oblasts Lwiw und mit rund 735.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt der Ukraine. Sie liegt in der historischen Landschaft Galizien.

Gegründet im 13. Jahrhundert, war Lwiw von 1340 bis 1772 unter polnischer Herrschaft. 1772 fiel die Stadt mit der ersten polnischen Teilung an Österreich. Lemberg wurde Hauptstadt des Königreichs Galizien und Lodomerien und viertgrößte Stadt im damaligen Österreich. Im 19. Jahrhundert erlebte die Stadt einen enormen politischen und kulturellen Aufschwung. 1900 waren etwa die Hälfte der Einwohner Polen, ein Viertel Juden und 30.000 Ruthenen (Ukrainer).

Nach dem ersten Weltkrieg wieder Teil Polens, war Lwiw im zweiten Weltkrieg wechselseitig unter sowjetischer und deutscher Besatzung. Insgesamt wurden in Lwiw (und Umgebung) während der NS-Zeit ca. 540.000 Menschen in Konzentrations- und Gefangenenlagern umgebracht. Seit 1991 ist Lwiw Teil der unabhängigen Ukraine.

Diese Album zeigt einige Bilder, die im August 2005 während einer Rundreise durch die Ukraine entstanden sind.

[Flickr Album]


Monday, June 22nd, 2009

Der Wiener Lloyd goes Twitter (2)

Als weitere Maßnahme zur Wiederbelebung dieses Weblogs habe ich heute ein kleines Widget geschrieben, das in der Sidebar immer meinen letzten Tweet anzeigt. Technologisch habe ich dies nicht durch den Einsatz eines Wordpress-Plugins, sondern mittels einiger Zeilen PHP-Code gelöst. Im wesentlichen handelt es sich dabei um die Lösung von Joost de Valk.

[Joost de Valk: Easily display your last Tweet]


Wednesday, June 10th, 2009

Flickr Album: Burg Devín (Juni 2009)

Quelle: Markus Garschall

Die Anhöhe über dem Zusammenfluss von Donau und March ist seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Im 1. Jahrhundert v. Chr. bestand hier eine keltische Siedlung. In den ersten Jahrhunderten nach Christus befand sich hier eine der Grenzstationen des Römischen Reiches.

Als Dowina wurde die Burg in den Fuldaer Annalen 864 zum ersten Mal urkundlich erwähnt; sie bestand damals aus einer fürstlichen Burg mit Kirche und Grabstätte sowie Schutzwällen auf dem dahinterliegenden Berg Devínska Kobyla.

Der älteste Teil der heutigen Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die größte Bautätigkeit erlebte die Burg vom 13. bis in das 16. Jahrhundert. 1809 wurde sie von den Napoleonischen Truppen zerstört.

Gemeinsam mit dem Hundsheimer Berg auf österreichischer Seite bildet der Burgfelsen von Devín die Porta Hungarica; ein kurzes Durchbruchstal der Donau zwischen den Ausläufern der Ostalpen und den Kleinen Karpaten.

Dieses Album zeigt einige Bilder, die während einer Wanderung von Devínska Nová Ves über den Devínska Kobyla bis nach Devín entstanden sind. Die Gehzeit vom Bahnhof in Devínska Nová Ves bis zur Burg Devín beträgt etwa zweieinhalb Stunden. Von Devín aus erreicht man das Zentrum von Bratislava (Nový Most) per Bus in 20 Minuten (Linien 28/29).

[Flickr Album]


Friday, March 27th, 2009

Der Wiener Lloyd goes Twitter

Aufgrund der Diskrepanz zwischen meinem Qualitätsanspruch bzgl. der Einträge und meiner immer knapper werdenden Zeit ist dieser Weblog im Laufe des letzten Jahres fast gänzlich verweist. Besonders in den letzten Wochen ist Der Wiener Lloyd außerdem immer stärker Ziel von Kommentar-Spam geworden.

So suche ich nun bereits seit längerem nach einer Möglichkeit, dennoch Links zu interessanten Themen und Veranstaltungen weitergeben und meine Meinung zu verschiedenen Themen kundtun zu können. Nun habe ich den recht naheliegenden Schritt getan, und bin in die Twitter-Community eingestiegen. All jenen, die meine geistigen Ergüsse auch weiterhin per RSS verfolgen möchten, sei mein Twitter-Feed ans Herz gelegt. Für längere Kommentare bleibt aber auch Der Wiener Lloyd online.

Please follow me! ;)

[Der Wiener Lloyd auf Twitter]
[RSS-Stream]


Sunday, January 11th, 2009

In Wien (5)

Österreichisch

Ein junger Mann versucht in einer österreichischen Bäckerei in seinem deutsch-deutschen Dialekt einen Kaffee zu bestellen.

Verkäuferin: Bekommen sie einen Kaffee?
Herr: Nein, aber ich hätte gerne einen.

Vorhang zu.


Tuesday, November 11th, 2008

Archipelago Europe

Karl Schlögel über das, was unser Europa wirklich ausmacht - ein Auszug aus seinem Buch “Marjampole - Oder Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte”.

High-speed routes. Europe is being manufactured year by year, month by month, and day by day. Movement, which holds it together, is its basic mode. If movement were to fail, even for a short time, Europe would disintegrate into its component parts. The manufacturing of Europe can best be observed at certain locations: airports, motorways, and high-speed railroads. The high-speed connections turn big Europe into a small continent. The borders of individual states are crossed before the TGV really gets going. The nation state is too small for high-speed trains.

[Eurozine: Archipelago Europe]
[Perlentaucher: Marjampole - Oder Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte]


Saturday, December 29th, 2007

“Sprüh a Wolkn”

In seinem im heutigen Standard veröffentlichten Artikel “Mein erstes Schragel” berichtet Radek Knapp über die Erfahrungen, die er - damals erst seit kurzem in der Stadt - als Jugendlicher mit der Wiener Sprache gemacht hat.

In Wien begriff ich aber, dass mein Problem nicht nur im Erlernen der deutschen Sprache bestand, sondern darin, dass man in Wien gar nicht Deutsch sprach. Ich werde nie vergessen, als ich mich einmal in ein Gasthaus in Ottakring verirrte und gleich an der Schwelle den mysteriösen Satz hörte: “Sprüh a Wolkn!”

An den Gesichtern, die diesen Satz gerade fallen ließen, erkannte ich eines. Es war keine Aufforderung, eine Wolke mit einer Spraydose zu bearbeiten, sondern das Lokal recht flott wieder zu verlassen. Von da an staunte ich, wie viele Ausdrücke es in dieser traditionell gastfreundlichen Stadt gab, die einen zum Sich-Entfernen auffordern.

Zum Beispiel “Schlag a Wöhn”. Ins Deutsche übersetzt “Schlag eine Welle” bedeutete das Gleiche wie eine Wolke sprühen. Eine “Welle nicht zu schlagen” wäre sehr töricht, sollte diese Aufforderung im Bezirk Favoriten ausgesprochen worden sein. Stark im Kommen ist übrigens wieder das gute alte: “Hau di iba d’Heisa”. Wahrscheinlich, weil es so arabisch klingt. Da kam mir ein “Moch an Servas” dagegen eigentlich schon recht elegant rüber. Ganz zu schweigen von solchen Evergreens wie “Schleich di”, “Drah di” oder “Geh bodn”.

(”Der Standard”, Print-Ausgabe, 29. Dezember 2007)


Sunday, May 6th, 2007

Grenzkickerl - Futbal na hraniciach, 2.6. Berg/Bratislava

Titelblatt

Im Rahmen des Viertelfestival Niederösterreich – Industrieviertel 2007, das in diesem Jahr unter dem Motto “grenzen.los” steht, finden auch zahlreiche grenzübergreifende Projekte statt. So wandelt etwa das Projekt “Keine Verbindung/Bez Spojenia” auf den Spuren der 1914 eröffneten Pressburgerbahn.

Ein weiteres Gemeinschaftsprojekt ist das, unter dem Titel “Grenzkickerl/Futbal na hraniciach” stattfindende Fußballmatch, das am 2. Juni auf einem Spielfeld auf (!) der österreichisch-slowakischen Staatsgrenze - quasi die Grenze als Mittellinie - ausgetragen wird.

Das Projekt ist eine grenzüberschreitende künstlerische Intervention im öffentlichen Raum. Sie findet zugleich in Österreich und der Slowakei statt. Ein Land-Art-Projekt, das von jedem benutzt werden kann. Ein temporäres Experiment, das möglichst lange bestehen soll. Ein künstlerischer Kommentar zur Sinnhaftigkeit von Grenzen …

[Viertelfestival Niederösterreich – Industrieviertel 2007]
[Grenzkickerl/Futbal na hraniciach]
[Keine Verbindung/Bez Spojenia]


Sunday, May 6th, 2007

Osteuropäische Sprachen

Titelblatt
Quelle: Amazon

Im Rahmen der “Enzyklopädie des Europäischen Ostens” hat der, für die hohe Qualität seiner Veröffentlichungen bekannte, Kärntner Wieser-Verlag einen Band auch den Sprachen dieses riesigen Kulturraums gewidmet. Das von Milos Okuka zusammengestellte “Lexikon der Sprachen des Europäischen Ostens” steht auf den Seiten der Alpen-Adria Universität Klagenfurt auch online zur Verfügung.

[Link]


Wednesday, April 4th, 2007

3 Jahre “Der Wiener Lloyd” / Kiew 2007 / Minsk 2006

Und schon wieder ist ein Jahr um! Mangels Zeit, werden meine Einträge hier leider immer seltener. In Anlehnung an meine aktivste Blog-Zeit, während der Demonstrationen nach den belarussischen Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2006, hier einige Bilder von den aktuellen Geschehnissen in Kiew.

Und, ein Jahr danach, hier nochmal die Chronik meiner Berichterstattung über die leider wenig erfolgreichen Demonstrationen in Minsk. In ihrer Allgemeinheit, stellen diese Einträge doch eine recht vollständige und lebhafte Dokumentation der damaligen Ereignisse dar.

Mittwoch, 15. März: In Europa (6)

Sonntag, 19. März: Zehntausende auf den Straßen Minsks

Montag, 20. März: Minsk: Die Demonstrationen gehen weiter

Dienstag, 21. März: Minsk: Die Polizeitaktik

Dienstag, 21. März: Minsk: Und sie dauern an!

Mittwoch, 22. März: Minsk: Und sie stehen noch!

Mittwoch, 22. März: Minsk: Und sie dauert an!

Freitag, 24. März: Minsk: Zeltstadt geräumt

Samstag, 25. März: Minsk: Der Abschluss

Sonntag, 26. März: Der Sprachdemonstrant Andrej Dynko

Donnerstag, 27. April: Minsk: Es geht weiter!

[Радіо Свобода: Новітні «Майдани» об’єктивом «Свободи»]
[derStandard.at: Premier wehrt sich gegen Neuwahlen]


Tuesday, March 6th, 2007

Eine Citytram für Wien!

Karte Citytram
Quelle: tramway.at

Schon mal überlegt, warum es in Wien zwar eine U4, wie auch eine U6, jedoch keine U5 gibt? Die Antwort ist einfach: Sie wurde zwar geplant, jedoch nie gebaut. Als Alternative zu dieser, Hernals via Zweierlinie mit dem Wienerberg verbindenden, Linie wurde, forciert von den Wiener Grünen, bereits vor einigen Jahren ein Alternativvorschlag vorgelegt: die Wiener Citytram.

Hinter diese Idee verbirgt sich ein, im Vergleich zum Bau einer U5, einfaches und kostengünstiges Projekt, das dennoch eine direkte Verbindung zwischen Wiens Nordwesten und der Gegend rund um den Wienerberg herstellen würde. Die neue Strecke würde die aus der Währinger Straße kommenden Straßenbahnlinien 38, 40 und 41 mit den zur Zeit bei der Oper und am Schwarzenbergplatz endenden Linien 62, 65 und 71 verbinden. Realisiert könnte dies mithilfe eines Tunnels werden, der die Station Schottentor via Herrengasse mit der Wiedner Hauptstraße und dem Schwarzenbergplatz verbindet. Nach modernen U-Bahn-Richtlinien ausgeführt, würde dieser Tunnel nicht nur große Teile des Stadtgebiets direkt miteinander verbinden, sondern durch neue Stationen, etwa bei der Albertina oder am Kohlmarkt, auch die Nahversorgung der Wiener City erheblich verbessern. Darüber hinaus ergäben sich auch durch die Miteinbeziehung der, heute ebenfalls bei der Oper endenden, Badner Bahn interessante Möglichkeiten.

Nicht zuletzt sollte man sich auch vor Augen führen, welche indirekten Vorteile sich durch den Verzicht auf eine U5 zugunsten der Citytram ergeben würden. So würde die Errichtung einer U5 mit Sicherheit mit einer Zerstörung der Straßenbahn-Netzdichte im Nordwesten Wiens einhergehen - so wie dies auch schon bei der Errichtung anderer U-Bahnlinien in anderen Teilen der Stadt passiert ist (und auch jetzt bei der Verlängerung der U2 wieder passiert). Damit ginge für noch mehr Menschen der direkte Zugang zu einer Haltestelle verloren. Eine Tatsache, die besonders alte und behinderte Menschen in ihrer Mobilität sehr einschränkt.

[via tramway.at]


Tuesday, March 6th, 2007

In Wien! (4)

Wiener Konsequenz

Zwei pubertierende Jugendliche warten beim Zebrastreifen einer vielbefahrenen Straße im zweiten Wiener Gemeindebezirk.

Einer von Beiden: Ich hasse die Autoabgase!

Er zündet sich eine Zigarette an und überquert mit seinem Freund die Straße.

Vorhang zu.


Saturday, February 3rd, 2007

(Metroblogging Leopoldstadt) TV-Tipp: Die Dynamik des Raumes. Ziel2 Wien, Mo 5.2. 23h10 3sat

Städtische Ballungszentren mit ihren Netzwerken an Bildungs Einrichtungen, Finanzgesellschaften und qualifizierten Arbeitskräften wirken laut dem Soziologen Manuel Castells wie ein Gravitätszentrum für Innovation, Wachstum und Arbeitsplätze. Orten, die von diesem Netzwerk abgekoppelt werden, droht aber der Niedergang. Sie werden als Ziel2-Region bezeichnet und von der EU besonders gefördert. Dazu gehören u.a. der 2. und 20. Bezirk in Wien. Egon Humer hat ein Jahr lang diese Bezirke besucht, um die Entwicklungen und vielschichtigen Veränderungsprozesse zu dokumentieren, die durch zahlreiche städtebauliche, kulturelle und ökonomische Maßnahmen in Gang gesetzt werden.

[via BAOBAB Medientipp]


Sunday, January 14th, 2007

Die Fackel online / ANNOwiki

Titelblatt
Quelle: Die Fackel online

Nachdem sie in diesem Jahr den Status der Gemeinfreiheit erlangt, ist die Kulturzeitschrift, die von dem österreichischen Schriftsteller Karl Kraus von 1899 bis zu seinem Tode 1936 herausgegeben wurde, seit letzter Woche auch online frei zugänglich.

Am 1. April 1899 gründete Karl Kraus die Zeitschrift Die Fackel. In der Vorrede zur Fackel sagte er sich von allen Rücksichten auf parteipolitische oder sonstige Bindungen los. Unter dem Motto „Was wir umbringen“, das er dem reißerischen „Was wir bringen“ der Zeitungen entgegenhielt, sagte er der Welt – vor allem der der Schriftsteller und Journalisten – den Kampf gegen die Phrase an und entwickelte sich zum wohl bedeutendsten Vorkämpfer gegen die Verwahrlosung der deutschen Sprache.

Trotz obligatorischer Registrierung, ist die Umsetzung, die die Österreichische Akademie der Wissenschaften für die Digitalisierung der Fackel gewählt hat, vorbildhaft für ähnliche Projekte. So ist das gesamte Werk (22.500 Seiten) nicht nur als Scan-, sondern auch in einer Plaintext-Version abrufbar, und damit auch durchsuchbar.

So hat etwa die Österreichische Nationalbibliothek im Rahmen des Projekts ANNO (Austrian Newspapers Online) bereits im Jahr 2003 damit begonnen, zahlreiche historische österreichische Zeitungen zu Digitalisieren und sie online zugänglich zu machen. Obwohl schon seit Beginn des Projekts auch eine Text-Version angekündigt ist, stehen die Zeitungen nach wie vor nur in der Scan-Version zur Verfügung. Nachdem dies, mangels Suchfunktion, das Auffinden von bestimmten Inhalten sehr mühsam macht, habe ich bereits im letzten Jahr mit der Idee gespielt, ein kollaboratives Projekt zu starten, das die Umwandlung der Texte in eine reine Textform zum Ziel hat. Zu diesem Zweck hatte ich unter dem Titel ANNOwiki bereits eine eigene Webseite online gestellt. Einen besonderen Reiz hätte dieses Projekt meiner Meinung nach besonders durch die Möglichkeiten, die sich durch das zusätzliche Tagging, bzw. die Kommentierung der Texte ergeben. Falls sich ein paar Interessenten finden, könnte man diese Idee aber durchaus wiederbeleben.

[Die Fackel online]
[ANNOwiki]


Saturday, January 13th, 2007

Freifahrt für Zivil- und Grundwehrdiener

VC Bundesheer
Quelle: ÖBB

Na das war ja höchste Zeit! Seit 1. Jänner 2007 sind alle Zivil- und Präsenzdiener für die Zeit ihres Staatsdienstes kostenlos in der 2. Klasse aller österreichischen Züge unterwegs. Dazu muss lediglich eine VORTEILScard Zivildienst (bzw. VORTEILScard Österreichisches Bundesheer) beantragt werden. Eigentlich schade, dass man dieses Angebot bei den ÖBB offensichtlich nicht als Chance sieht, junge Österreicher längerfristig für das Verkehrsmittel Bahn zu gewinnen. Auf dem VORTEILScard-Portal der ÖBB-Webseite wird dieses neue Angebot mit keinem einzigen Wort erwähnt.

[VORTEILScard Zivildienst]
[VORTEILScard Österreichisches Bundesheer]


Sunday, December 17th, 2006

Essen in Prag: Kavárna Retro

Kavarna Retro (Außen)
Kavarna Retro (Innen)
Quelle: kavarnaretro.cz

Zufälle gibt’s. Da sitze ich am Samstag im Zug nach Prag, um ein Wochenende fernab von Studium und Arbeit zu verbringen, schlage die Wochenendausgabe meiner Tageszeitung auf und siehe da, ein Reise-Artikel über Prag. Neben einer Beschreibung des Stadtteils Vinohrady und seiner kubistischen Architektur war da auch folgendes zu lesen.

Und im Café Retro in der Francouzská 4 kann man die gelungene neu adaptierte Version einer Bar im Stil der Dreißigerjahre besuchen.

Also nichts wie hin! In unmittelbarer Nähe des Náměstí Míru (Metro!) gelegen und somit auch von Hauptbahnhof und Wenzelsplatz in weniger als 15 Minuten zu Fuß erreichbar, liegt die Kavárna Retro dennoch fernab von den die Stadt durziehenden Touristentrecks. Und die Autorin des Standard-Artikels hat keineswegs zuviel versprochen. Das Innere des Cafés ist äußerst geschmackvoll gestaltet. Ob sich darin wirklich der Stil der Dreißigerjahre wiederspiegelt, kann ich aufgrund meiner unzureichenden architektonischen Kenntnisse nicht wirklich beurteilen. Auch die Beschallung übertrifft die der Touristenlokale um Längen. Sowohl Jazz als auch moderater Pop tönen aus den Lautsprechern. Und auch das Eishokeymatch, das auf einem (lautlosen) Flachbildschrim zu sehen ist, stört die Atmosphäre keineswegs.

Um aber zum wichtigsten Teil zu kommen, sowohl die Getränke- als auch die Speisekarte des Retro spielen alle Stückeln. Neben Bier aus der königlich-böhmischen Brauerei in Krušovice wird auch wunderbarer einheimischer Wein ausgeschenkt. Die Speisekarte bietet weniger die deftige einheimische, als eine moderne mediterran beinflusste Küche. Das marnierte Hühnerfilet auf Pilzrisotto ist um 170 Kronen (~ 6 Euro) sein Geld in jedem Fall wert. Für Risottofreunde wartet die Karte gleich mit einer ganzen Reihe von Variationen des Reisgerichts auf. Nur vom Kaffee sollte Abstand nehmen, wer der Röstung aus dem Hause Illy nichts abgewinnen kann.

Zusätzlich zu all dem befindet sich im Keller des Lokals auch ein, ebenfalls sehr geschmackvoll eingerichteter Club, der zum längeren verweilen einlädt. Alles in allem kann auch ich die Kavárna Retro also wirklich nur sehr weiterempfehlen.

Und noch eine kurze Anmerkung am Rande: Seit dem europaweiten Fahrplanwechsel vom letzten Wochenende steuern nicht nur zusätzliche ICE-Verbindungen die Wiener Bahnhöfe an, sondern erstamls auch die tschechischen Pendolino-Schnellzüge. Mit diesen, unter der Bezeichnung SuperCity geführten Zügen ist die die tschechische Hauptstadt ab Wien erstamls in weniger als vier Stunden zu erreichen. Ein besonderes Schmankerl übrigens, den ÖBB-Zubegleiter Tschechisch sprechen zu hören. ;)

[Kavárna Retro]
[Der Standard: Rundum die Ecken]


Thursday, November 30th, 2006

Elemente sehen …, 5.12. TU Wien

Ausstellung chemischer Elemente 2006

Gezeigt werden sämtliche natürlichen Elemente des Periodensystems mit Ausnahme einiger radioaktiver Elemente: Aluminium, Antimon, Argon, Arsen, Barium, Beryllium, Blei, Bor, …

Natürlich sind alle Element-Proben zum Anfassen! Besonders interessante Proben von Cäsium, Rubidium, Kalium, Uran, Thorium, aber auch Halogene, Edelgase in Form von Entladungsröhren, sämtliche Lanthaniden in hochreiner kristalliner Form, alle Edelmetalle in spektakulärer Größe und und und …

[Link]


Monday, October 16th, 2006

Fotografiert Kai Diekmann!

Unter dem Titel “Leser-Reporter” ruft das deutsche Boulevardblatt “Bild” seine Leser seit einiger Zeit dazu auf, Fotos von potentiell “interessanten” Dingen zu machen und diese der “Bild”-Redaktion zur Verfügung zu stellen. Das Hauptziel der Hobbypaparazzis sind Prominente in ihrem Privatleben. Geködert werden die “Leser-Reporter” mit Prämien in einer Höhe von bis zu 5000 Euro.

Um nun den verantwortlichen Chefredakteur auf die rechtliche und ethische Problematik dieser Aktion hinzuweisen, hat sich der Bildblog einen interessanten Versuch einfallen lassen:

Deshalb unser Aufruf: Werdet BILD-Chef-Reporter, fotografiert Kai Diekmann – egal, ob am Nebentisch oder auf der anderen Straßenseite. Sagt’s Euren Freunden und Bekannten weiter (insbesondere denen, die auch Freunde und Bekannte von Kai Diekmann sind oder Freunde und Bekannte von Kai Diekmann kennen), schickt die Schnappschüsse an 4141@BILDblog.de21* – und denkt bitte immer daran: Die Arbeit von Rettungsdiensten oder Polizei darf nicht behindert werden.

[Link] (Danke Gerold!)